25.09.2003
Grünentreff Böhmen, Sachsen und Franken
(DTPA/MTL) DRESDEN: Am Montag, den 22. September trafen sich auf Einladung der tschechischen Grünen Vertreter der Bündnisgrünen aus dem Dreiländereck Bayern / Sachsen / Böhmen in Cheb/Eger. Nach dem ersten kennen Lernen im August, wurden nun die Handlungsfelder einer gemeinsamen Politik abgesteckt: "In 7,5 Monaten wird Tschechien Mitglied der Europäischen Union sein", so Dieter Rappenhöner, Mitglied des Landesvorstandes Sachsen und Vorsitzender der vogtländischen Grünen. "Es wurde Zeit, sich zum Meinungsaustausch zusammen zu setzen. Auch wenn viele mit ihrer eigenen Situation zu tun haben, müssen wir wieder ein offenes Ohr für die Nachbarn entwickeln. In Tschechien leben die Menschen unter noch wesentlich schwierigeren wirtschaftlichen Verhältnissen. Wir leben dicht nebeneinander und wissen doch so wenig voneinander. Dabei haben wir eine Menge gemeinsamer Interessen."
Nachdem bereits auf dem letzten Treffen über das enorme Wirtschaftsgefälle, Missbrauch von Frauen und Kindern diskutiert wurde, ist dieses Mal die Zusammenarbeit konkretisiert worden. Im Blickfeld stehen grenzübergreifende Themen wie der Transitverkehr (geplante Schwerverkehrstrassen Fichtelgebirgsautobahn einerseits sowie einer Verbindung über eine B 94 zwischen Aue und Karlsbad andererseits).
Für Dieter Rappenhöner, dem umweltpolitischer Sprecher der sächsischen Grünen, sind Fragen des Naturschutzes in der Euroregion besonders reizvoll: "Ein "Grünes Band Europa", ähnlich dem des "Grünen Bandes Deutschland", der die ehemalige Todesgrenze zwischen West- und Ostdeutschland zu einer Perlenkette von Naturschutzgebietes aneinander reiht, soll nach unseren Vorstellungen entlang der gesamten ehemaligen Grenze zwischen dem Warschauer Pakt und der NATO entsehen, also zwischen Finnland und Russland im hohen Norden bis nach Bulgarien und der Türkei im Süden. Eine solche "Lebenslinie" soll das Zusammenwachsen Europas symbolisieren und dokumentieren."
"Vielleicht kann der kommende Europawahlkampf ja auch zu gemeinsamen Veranstaltungen im grenznahen Raum führen", so die Hoffnung von Dieter Rappenhöner.

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