07.09.2003
Schröder: Gemeinsame europäische Perspektive
(DTPA/MT) PRAG: Die bilateralen Beziehungen seien von Freundschaft und Verständnis geprägt, stellten Bundeskanzler Schröder und der tschechische Ministerpräsident Spidla nach ihren Gesprächen in Prag fest. Die gelegentlichen Missverständnisse und unterschiedlichen Ansichten zu verschiedenen Fragen seien ausgeräumt. Dies gehöre nun der Vergangenheit an. Jetzt gehe es um gemeinsame Perpektiven in einem zusammenwachsenden Europa.
Was die Gegenwart und die Zukunft betreffe, habe man bilateral keine Probleme, sagte Bundeskanzler Gerhard Schröder im Anschluss an das Gespräch mit Ministerpräsident Vladimir Spidla am 5. September 2003 in Prag. Die Vergangenheit, auch wenn man sich ihrer erinnern müsse, dürfe nicht der Zukunft der Völker im Wege stehen, so Schröder.
Meinungsverschiedenheiten hatte es im Frühjahr 2002 nach Äußerungen des ehemaligen Ministerpräsidenten Milos Zeman über die Vertreibung der Sudetendeutschen gegeben. Der tschechische Ministerpräsident Spidla betonte, für ihn befänden sich die Beziehungen zwischen seinem Land und Deutschland auf dem bisher höchsten und besten Niveau.
Jetzt gehe es um eine gemeinsame Politik, die nach vorne gerichtet sei, sagte Schröder: "Wir müssen miteinander dafür sorgen, dass Europa zu einem Ort wird, der für unsere Menschen dauerhaften Frieden und dauerhaftes Wohlergehen sicherstellt. Das sind die Aufgaben die vor uns stehen." Ministerpräsident Spidla habe sehr viel dazu beigetragen, dass die Irritationen, die bestanden, nun ausgeräumt seien.
Eine gute Zukunft werde nur in einem gemeinsamen einigen Europa zu schaffen sein, so Schröder. Daran würden beide Länder arbeiten. Die Gespräche hätten gezeigt, dass es viele gemeinsame Auffassungen zum europäischen Einigungsprozess gebe. Tschechien, das im kommenden Jahr in die EU aufgenommen wird, werde ein wichtiges Mitglied sein.
Beide Regierungschefs waren sich einig, dass noch viel zu leisten ist, um den Erweiterungsprozess abzuschließen. Dafür müssen die Arbeiten an einer gemeinsamen europäischen Verfassung in einer Regierungskonferenz schnell zum Abschluss kommen.

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