05.09.2003
Schröder auf Prag- Reise
(DTPA/MT) PRAG: Bundeskanzler Gerhard Schröder ist heute (05-09.) zu einem offiziellen Besuch in Prag. Im vergangen Jahr gab es mit dem damaligen tschechischen Ministerpräsidenten Kontroversen zur Vertreibung der Sudetendeutschen. Gelegentliche Missverständnisse und unterschiedliche Ansichten zu verschiedenen Fragen seien ausgeräumt, sagte Schröder zu Beginn seiner Gespräche. Dies gehöre nun der Vergangenheit an. Heute geht es hauptsächlich um die Erweiterung der Europäischen Union.
Die Reise dient einem Meinungsaustausch zu bilateralen und europapolitischen Themen. Im Mittelpunkt des eintägigen Besuchs stehen die Gespräche mit dem tschechischen Ministerpräsidenten Vladimir Spidla und dem Präsidenten der Tschechischen Republik, Václav Klaus.
Deutschland und die tschechische Republik arbeiten vertrauensvoll zusammen. Die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern sind eng und intensiv. Meinungsverschiedenheiten hatte es im Frühjahr 2002 nach Äußerungen des ehemaligen Ministerpräsidenten Milos Zeman über die Vertreibung der Sudetendeutschen gegeben. Zeman hatte die Sudetendeutschen als "fünfte Kolonie Hitlers" bezeichnet.
Auch das umstrittene "Zentrum gegen Vertreibung" hatte für Diskussionen gesorgt. Die tschechische Regierung lehnt die deutsche Hauptstadt als Standort für eine solche Institution ab. Auch Bundeskanzler Schröder und Außenminister Fischer haben Vorbehalte gegen den Standort Berlin. Eine solche Institution ist nur im europäischen Kontext vorstellbar.

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