11.07.2003
Tillich: Sachsen und Tschechien wie EU-Länder
(DTPA/MT) DRESDEN: "Die Beziehungen zwischen Sachsen und Tschechien sind auf vielen Gebieten heute schon so wie zwischen Mitgliedern der Europäischen Union", erklärte Sachsens Staatsminister Tillich zu den Ergebnissen der jüngsten Sitzung der Sächsisch-Tschechischen Arbeitsgruppe, die in dieser Woche in Dresden zusammenkam. Nicht zuletzt 109 Schulpartnerschaften, die gemeinsame Zusammenarbeit auf praktisch allen Verwaltungsgebieten und vor allem die engagierte Arbeit der Euroregionen Elbe/Labe, Erzgebirge, Neisse/Nisa und Euregio Egrensis im tschechisch-sächsischen Grenzgebiet belegen das gute nachbarschaftliche Verhältnis zwischen den beiden Ländern. Weitere Erfolge in der bisherigen Zusammenarbeit sind unter anderem der binationale bilinguale Bildungsgang am Schiller-Gymnasium in Pirna, die gemeinsame Vereinbarung zur Verwirklichung des trinationalen Gewerbegebietverbundes im Dreiländereck Böhmen, Sachsen und Niederschlesien, das grenzüberschreitende Nahverkehrssystem EGRONET in der Euregio Egrensis, die Rollende Landstraße und gemeinsame Aktivitäten zur Waldschadensbekämpfung.
Enger kooperieren wollen künftig auch die angrenzenden Regierungsbezirke auf sächsischer Seite mit den neuen Grenzbezirken auf tschechischer Seite. Zudem soll die Zusammenarbeit insbesondere in den Bereichen Justiz, Polizei sowie Umwelt- und Katastrophenschutz erweitert und das Sächsisch-Tschechische Wirtschaftsforum wieder belebt werden. Außerdem werden zahlreiche neue Grenzübergänge geplant. Auch die Schienenverkehrsverbindung im Rahmen des gemeinsamen Verkehrskorridors soll verbessert werden. Darüber hinaus wurden zahlreiche Kooperationsprojekte in Wissenschaft, Bildung und Kultur vereinbart, darunter auch zwischen sorbischen Einrichtungen in Sachsen und tschechischen Partnern. Einen wichtigen Platz nimmt ebenfalls die Unterstützung tschechischer Behörden bei ihrer unmittelbaren Vorbereitung auf die EU-Mitgliedschaft ein.
Am Rande dieser Arbeitsgruppensitzung fand ein Treffen zwischen dem Vizeaußenminister der Tschechischen Republik, Dr. Rudolf Jindrák, und dem Chef der Staatskanzlei, Staatsminister Stanislaw Tillich, statt, in dem grundsätzliche Fragen der Zusammenarbeit der beiden Länder besprochen wurden.
Zu der Sächsisch-Tschechischen Arbeitsgruppe gehören Vertreter aller Ministerien der beiden Länder und der Euroregionen. Sie treffen sich einmal jährlich in einem der beiden Länder. In diesem Jahr nahmen erstmals Mitarbeiter der tschechischen Grenzbezirke zu Sachsen sowie der Regierungspräsidien Chemnitz und Dresden an der Sitzung teil.

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