04.12.2000
Präsident Havel wirft Premier Erpressung vor
(DTPA/DH) PRAG: Die Differenzen zwischen Präsident Vaclav Havel und Premier Milos Zeman bezüglich der Ernennung des neuen Zentralbankchefs haben am zurückliegenden Wochenende einen neuen Höhepunkt erreicht. Havel warf Premier Zeman und dem ehemaligen Gouverneur der Tschechischen Nationalbank Josef Tosovsky Erpressung vor. Der Tageszeitung MF DNES teilte Havel mit, den Verlauf der Auseinandersetzung zur Ernennung eines neuen Notenbankchefs, der mit Drohungen verbunden gewesen sein sollen, möglicherweise in seinen Memoiren zu beschreiben. Milos Zeman wies alle Vorwürfe mit der Bemerkung zurück, "dass der Herr Präsident unter Umständen ein wenig unter Verfolgungswahn leide".
Vergangenen Mittwoch ernannte Havel gegen den Willen Zemans den bisherigen Vizegouverneur Zdenek Tuma zum neuen Nationalbankgouverneur. Zeman will nun über eine Beschwerde an das Verfassungsgericht nachdenken.
Vizepremier Pavel Rychetsky traf am Freitag mit Havel zusammen. Über möglichle Lösungsansätze soll in dieser Woche debattiert werden.

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