02.07.2003
Stoiber erwartet Zustimmung zu humanitärer Geste
(DTPA/MT) MÜNCHEN: Bayerns Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber appellierte heute (02.07.) an die Tschechische Regierung, dem von der Arbeitsgemeinschaft Sudetendeutsche Sozialwerke ausgearbeiteten Projekt "Humanitäre Geste gegenüber besonders schwer geschädigten Sudetendeutschen" zuzustimmen. Das wäre ein folgerichtiger Schritt nach der Erklärung des Tschechischen Ministerpräsidenten Vladimir Spidla, der die Vertreibung der Sudetendeutschen vor kurzem als unannehmbar bezeichnet hatte.
Der Verwaltungsrat des deutsch-tschechischen Zukunftsfonds wird sich jetzt mit diesem Projekt befassen. Stoiber erwartet, dass die Tschechische Regierung einer positiven Entscheidung des Verwaltungsrats ihre politische Rückendeckung gibt. Der Bayerische Ministerpräsident hatte Bundesaußenminister Joschka Fischer bereits im September 1999 auf das Projekt der Arbeitsgemeinschaft Sudetendeutscher Sozialwerke hingewiesen und im Januar dieses Jahres erneut um die Unterstützung der Bundesregierung gebeten. Der Bundesaußenminister hatte daraufhin in seinem Antwortschreiben an den Bayerischen Ministerpräsidenten angeregt, dem deutsch-tschechischen Zukunftsfonds das Projekt vorzulegen. Stoiber: "Ich fordere den Bundesaußenminister auf, jetzt auch gegenüber der Tschechischen Regierung diese humanitäre Geste gegenüber den Sudetendeutschen mit Nachdruck zu unterstützen." Ein bloßes Abwarten der Reaktionen aus Prag durch die Bundesregierung sei zu wenig.
Ziel des Projekts der Arbeitsgemeinschaft Sudetendeutsche Sozialwerke sei eine humanitäre Geste in Form einer einmaligen Geldleistung an sudetendeutsche Opfer, die gegen Ende des Zweiten Weltkrieges und in der Nachkriegszeit schwer geschädigt worden sind. Diese humanitäre Geste solle Respekt vor den Leiden dieser Opfer bekunden und zur Heilung der Verletzungen ihrer Menschenwürde beitragen.

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