28.06.2003
Ehemalige tschech. Zwangsarbeiter als Zeitzeugen
(DTPA/FM) PRAG: 55 Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges ist eine riesige Opfergruppe des Nationalsozialismus in das Interesse der Öffentlichkeit gerückt: Insgesamt 13,5 Millionen ausländische Arbeitskräfte, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge arbeiteten von 1939 bis 1945 in Deutschland und den besetzten Gebieten für die deutsche Kriegswirtschaft. Über 600.000 von ihnen waren Tschechen.
Nur noch wenige Jahre besteht die Chance, Begegnungen zwischen ihnen und der heutigen Schülergeneration zu initiieren. Sorgfältig in den Unterricht eingebettete Zeitzeugenbesuche eröffnen einen nachhaltigeren Zugang zum Thema Nationalsozialismus als alle Bücher. Aber der organisatorische Aufwand ist von Lehrern nur mit viel Engagement zu bewältigen.
Die Brücke/Most-Stiftung zur Förderung der deutsch-tschechischen Verständigung und Zusammenarbeit und das Koordinierungszentrum deutsch-tschechischer Jugendaustausch (Tandem), gefördert aus dem Fonds „Erinnerung und Zukunft“ der Bundesstiftung „Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“, organisieren bis Ende 2004 etwa 90 Begegnungen. Die sich beteiligenden Schulen werden vom Verwaltungsaufwand entlastet und können sich ganz auf die pädagogische und didaktische Arbeit konzentrieren. Zur Vorbereitung fand vom 16. bis 19. Juni im Brücke-Zentrum der Brücke/Most-Stiftung in Dresden eine Lehrerfortbildung „Pädagogik des Erinnerns“ statt. 22 Lehrer aus dem ganzen Bundesgebiet und aus der Tschechischen Republik erarbeiteten mit Historikern und Gedenkstättenpädagogen die historischen Hintergründe und bereiteten sich in Workshops ganz praktisch auf die Zeitzeugenbegegnungen vor. Interessierte Lehrer und Schüler sind herzlich zur Mitwirkung und Teilnahme eingeladen.

Kontakt: Brücke/Most-Stiftung, R.-Becker-Straße 5, 01277 Dresden, Tel. 03 51 / 4 33 14 12, http://www.bruecke-most-stiftung.de

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