29.09.2017
EUREGIO: EU-Förderung nach 2020 beibehalten
(DTPA/MT) WUNSIEDEL: Bereits jetzt – 2017 – werden in der Europäischen Union die Weichen für die Förderprogramme im Zeitraum 2020 bis 2026 gestellt. In einer gemeinsamen Sitzung der drei Arbeitsgemeinschaften Bayern, Böhmen und Sachsen/Thüringen haben daher Vertreter der EUREGIO EGRENSIS eine Resolution zur künftigen Förderpolitik der EU verabschiedet.
"Vor dem Hintergrund tiefgreifender Veränderungen in der Europäischen Union wie dem Brexit und den damit verbundenen Auswirkungen auf den Haushalt der Gemeinschaft gilt es, rechtzeitig die Interessen der Grenzregionen zu artikulieren, um eine langfristige Beeinträchtigung der Förderpolitik für die territoriale Zusammenarbeit in Europa zu vermeiden", sagte die bayerische Euregio-Präsidentin Dr. Birgit Seelbinder bei dem Treffen im Landratsamt Wunsiedel.
Die EUREGIO EGRENSIS, die auf 25 Jahre Erfahrung in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zurückblicken kann, hat dazu in der vorliegenden Resolution einige Positionen formuliert, die für weitere Entwicklung nach 2020 aus ihrer Sicht von zentraler Bedeutung sind. So fordern die Euregio-Vertreter, die finanzielle Unterstützung für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit ab 2020 im bisherigen Umfang beizubehalten oder sogar auszuweiten. Außerdem sollen die Rolle der Euregios weiter gestärkt und die Förderung grenzüberschreitender Kleinprojekte und Begegnungsmaßnahmen in den künftigen Grundlagendokumenten fest verankert werden.
Es habe sich gezeigt, so der Text weiter, dass die regionale Ebene die beste ist, um grenzübergreifende Programme und Projekte im Sinne der Europäischen Union umzusetzen.
Obwohl in den vergangenen Jahrzehnten in den Grenzregionen viel erreicht werden konnte, bleibe festzuhalten, dass die nachhaltigen Folgen der jahrzehntelangen undurchdringlichen Grenze zwischen Ost und West in den betroffenen, überwiegend ländlichen Teilregionen im Nachbarraum Bayern-Sachsen/Thüringen-Tschechien noch lange nicht überwunden sind und daher weiterhin Unterstützung benötigen.
Die Resolution richtet sich an die Europäische Kommission in Brüssel, an Ministerien und Regierungsstellen auf nationaler und Landesebene, an Europa-, Bundestags- und Landtagsabgeordnete sowie an die Arbeitsgemeinschaft Europäischer Grenzregionen – die Dachorganisation der Euregios. Der Wortlaut kann im Internet auf der Homepage der EUREGIO EGRENSIS Arbeitsgemeinschaft Bayern (http://www.euregio-egrensis.eu) abgerufen werden.

27.09.2017
Übung mit tschechischen Polizisten
(DTPA/MT) ZWICKAU: Eine Nacheileübung von Polizisten der Polizeidirektion Zwickau und der Bezirkspolizeidirektion Karlovy Vary fand am Mittwoch (27.09.) im Dänkritzer Wald ihren Abschluss. Dort spürten sächsische Einsatzkräfte das verlassene Fluchtfahrzeug auf, zu dem im Vorfeld der Kontakt der aus dem Raum Karlovy Vary nachgeeilten tschechischen Einsatzkräfte verloren gegangen war. Durch den Einsatz eines Fährtenspürhundes wurde dann das Versteck der ursprünglich mit Rauschgift und Sprengstoff vor der Polizei geflüchteten beiden Straftäter – eine Hütte im Wald – gefunden. Dort erfolgten dann der gemeinsame Zugriff und die vorläufige Festnahme der beiden Geflüchteten. Hierbei hatten diese weder das Rauschgift noch den Sprengstoff bei sich. Daraus war zu schlussfolgern, dass die Straftäter – so das Übungsszenario – in der Zwischenzeit das mitgeführte Rauschgift sowie den Sprengstoff versteckt hatten. Auch danach wurde nun mittels Rauschgift- und Sprengstoffspürhunden gesucht, wobei auch Polizisten mit ihren Diensthunden aus der Polizeidirektion Chemnitz sowie der Bezirkspolizeidirektion Ústí nad Labem teilnahmen. Dieser Teil der Übung wurde gleichzeitig als Vergleichswettkampf der Diensthunde aller vier Partner genutzt. (Bildquelle: Polizei)
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27.09.2017
Tschechischwettbewerb für Schüler
(DTPA/MT) DRESDEN/MARKERSBACH: Am 28. und 29. September stellen sächsische Schüler ihre Tschechischkenntnisse bei der 5. Sächsischen Bohemiade unter Beweis. Am Wettbewerb nehmen Schüler der 6. bis10. Klasse teil, die im Unterricht Tschechisch als Fremdsprache lernen. Aus dem Erzgebirgskreis ist die Jenaplanschule Markersbach vertreten.
Insgesamt sind diesmal 46 Schüler aus einer Oberschule und aus sieben Gymnasien dabei. Die Teilnehmer erwartet ein buntes Aufgabenspektrum. Beim Lösen einer Hörverstehensaufgabe, bei einer Textproduktion oder bei der mündlichen Präsentation sollen sie den tschechischen Wortschatz und das Grammatikwissen breit anwenden.
Besonders spannend ist der Wettbewerbsteil, bei dem die Teilnehmenden in den Dialog mit tschechischen Schülern treten. Denn in der Begegnung mit Muttersprachlern zeigt sich, ob das Gelernte auch auf Situationen im Alltag übertragen werden kann.

22.09.2017
Entwicklungsvielfalt für Grenzgebiet
(DTPA/MT) SEIFFEN: Im Rahmen des grenzübergreifenden Kooperationsprogramms Freistaat Sachsen – Tschechische Republik 2014 - 2020 können weitere 15 Projekte umgesetzt werden. Der Begleitausschuss des Kooperationsprogramms bestätigte die sächsisch-tschechischen Gemeinschaftsprojekte, die mit insgesamt 12 Millionen Euro von der Europäischen Union gefördert werden, auf seiner Sitzung in dieser Woche in Seiffen.
Drei der bestätigten Projekte befassen sich mit grenzübergreifendem Natur-, Boden- und Umweltschutz. Die beteiligten Einrichtungen werden mit ihren Vorhaben dazu beitragen, die biologische Vielfalt in der Grenzregion zu erhalten und zu schützen.
So streben die Technische Universität Dresden und die Südböhmische Universität in Budweis mit ihrem Projekt "Grenzüberschreitendes Monitoring biologischer Invasionen zum Schutz der aquatischen Artenvielfalt" eine Verbesserung der grenzübergreifenden Koordination zum Schutz der Biodiversität in den Einzugsgebieten der Flüsse Elbe und Ohře an. Hierfür werden bedrohte Populationen der Groppe (Cottus gobio, kleiner Süßwasserfisch) überwacht, Fließrinnen-Experimente durchgeführt und ein Aktionsplan für das grenzübergreifende Management invasiver Arten erstellt. Die Europäische Union unterstützt das Vorhaben mit rund 694 000 Euro.
Die AG Naturschutzinstitut Region Dresden e. V., der Verein ALKA Wildlife in Lidéřovice und das Museum der Stadt Ústí nad Labem arbeiten in dem Projekt "Lutra lutra" zusammen. Die Kooperationspartner verbessern die Lebensbedingungen für die Populationen der Fischotter (Lutra lutra) im sächsisch-tschechischen Grenzgebiet und unterstützen seine weitere Ausbreitung durch Monitoring, Forschung und konkrete Schutzmaßnahmen. Verstärktes Interesse für den Fischotter wird außerdem durch eine umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit geweckt. Die Europäische Union fördert das Vorhaben mit rund 810 000 Euro.
Weitere neun der bestätigten Projekte beschäftigen sich mit den Themen Bildung und lebenslanges Lernen. Die beteiligten Einrichtungen tragen mit ihren Vorhaben zu einer nachhaltigen positiven Entwicklung der Grenzregion durch bessere Bildungsmöglichkeiten bei.
Ein Vorhaben dient der Verbesserung der Sprachkompetenzen und der interkulturellen Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen. Im Projekt "Art and Science – Innovative Lernformen in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Dreiländereck Deutschland – Tschechien – Polen" arbeiten der Verein Hillersche Villa e. V. in Zittau, das Science Centre IQLANDIA in Liberec und das Internationale Hochschulinstitut (IHI) Zittau der Technischen Universität Dresden zusammen. Sie entwickeln neuartige, grenzüberschreitende Bildungsangebote in den Bereichen Naturwissenschaft und Kunst im Dreiländereck. Das Vorhaben wird von der Europäischen Union mit rund 1,4 Millionen Euro gefördert.
Im Bereich schulischer Projekte und der beruflichen Qualifizierung im Bildungsbereich arbeiten eine Grundschule in Hrádek nad Nisou, zwei Grundschulen in Rumburk und der Freie Schulträgerverein e. V. "Schkola" in Zittau im Projekt "Handwerk im Dreiländereck" zusammen. Durch innovative Bildungsangebote im Bereich des traditionellen Handwerks streben sie eine qualitative Weiterentwicklung des Schulverbundes "Š: SCHKOLA" an, dem sie angehören. Die Europäische Union unterstützt das Vorhaben mit rund 480 000 Euro.
Weitere drei der bestätigten Projekte unterstützen die Verbesserung der institutionellen Kapazitäten von öffentlichen Behörden und Interessenträgern und eine effiziente öffentliche Verwaltung.
So rufen der Geopark Ralsko, die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung Dresden/Görlitz und die Technische Universität Liberec das grenzüberschreitende geologische Kooperationsnetzwerk "GECON" ins Leben, das zahlreiche weitere Einrichtungen (Geoparks, Hochschulen, Museen, Umweltbildungseinrichtungen usw.) einbezieht und die Zusammenarbeit im Bereich Geologie in der Euroregion Neiße unterstützen soll. Die Europäische Union fördert das Vorhaben mit rund 453 000 Euro.
Das Bezirksamt Ústí nad Labem, die Hochschule für Bildende Künste Dresden und das Regionalmuseum in Most vertiefen im Rahmen des Projektes "Spätmittelalterliche Kunst in der Montanregion Erzgebirge" ihre grenzüberschreitende wissenschaftliche Zusammenarbeit in den Bereichen Kunstgeschichte, Museumswesen und Denkmalpflege. Gegenstand ihrer Aktivitäten ist erzgebirgische Kunst des 15. und 16. Jahrhunderts im Kontext des sächsisch-böhmischen Bergbaus. Das Projekt wird von der Europäischen Union mit insgesamt rund 969 000 Euro gefördert.
Bis zum Jahr 2020 stehen für grenzübergreifende Projekte in den Bereichen Hochwasser-, Brand- und Katastrophenschutz, Schutz und Erhaltung des gemeinsamen Natur- und Kulturerbes, Tourismus, Bildung, interkultureller Dialog und partnerschaftliche Zusammenarbeit sowie für Maßnahmen zur Umsetzung des Programms insgesamt 186 Millionen Euro zur Verfügung. Die Mittel stammen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und aus nationalen Beiträgen der beiden Nachbarländer.
Seit Programmstart im Juli 2015 werden damit bereits 110 grenzübergreifende Projekte mit rund 133 Millionen Euro aus den zur Verfügung stehenden Mitteln finanziert.
Informationen zum Kooperationsprogramm und Beratungsangebote zu den Förderbedingungen: http://www.sn-cz2020.eu (Bildquelle: KJ-Archiv)
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21.09.2017
Großkontrolle auf der Autobahn
(DTPA/MT) GROSSZÖBERN: Sächsische und tschechische Verkehrspolizisten haben am Mittwochnachmittag (20.09.) auf der A 72 in einer dreistündigen Großkontrolle auf der Richtungsfahrbahn Chemnitz-Hof den gewerblichen Personen- und Güterverkehr überwacht und kontrolliert. Dies geschah im Rahmen eines durch die EU geförderten Projektes zur Steigerung der Verkehrssicherheit. Unterstützt wurden daher die Zwickauer Beamten durch Polizisten aus Chemnitz und Karlovy Vary, insgesamt 18 an der Zahl.
Im Laufe der Kontrolle wurden 36 Fahrzeuge unter die Lupe genommen und dabei 22 Ordnungswidrigkeiten festgestellt. In zwei Fällen machten sich temporäre Untersagungen der Weiterfahrt notwendig, da ein Lkw-Auflieger zu hoch war und ein anderer Fahrer die notwendigen Papiere nicht bei sich hatte.
Zur Lotsung der zu kontrollierenden Fahrzeuge aus dem fließenden Verkehr in die Kontrollstelle kamen die über das EU-Projekt beschafften Kräder der Chemnitzer Verkehrspolizei zum Einsatz.
Insgesamt konnten die Verkehrspolizisten aus Sachsen und der Tschechischen Republik ihre persönlichen Kontakte vertiefen und von den Kontrollpraktiken des jeweils anderen Landes lernen. Zudem wurde der gewerbliche Personen- und Güterverkehr wieder ein Stück sicherer. (Bildquelle: Polizei)
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